Arbeitsgemeinschaft Flucht und Taufe

Die Arbeitsgemeinschaft „Flucht und Taufe“ wurde 2016 gegründet. Sie führt Menschen zusammen, die sich mit dem Thema „Taufe von Menschen mit Fluchterfahrungen“ befassen.

Ziel der Arbeitsgemeinschaft ist der gegenseitige Informationsaustausch, aber auch die Beschäftigung mit anstehenden Themen rund um das Thema.

So hat sich beispielsweise mittlerweile der Schwerpunkt von Fragen rund um die Taufpraxis hin zu Fragen der Integration der Getauften in unsere Gemeinden verlagert.

Wir treffen uns zwei- bis dreimal im Jahr.

Die Arbeitsgemeinschaft ist offen für Interessierte. Bei Interesse melden Sie sich bitte bei Pfarrer Bundschuh, um den nächsten Termin zu erfahren.
 

Taufanfragen durch Geflüchtete

Vermehrt kommt es zu Taufanfragen von Menschen mit Migrationshintergrund, vornehmlichen Flüchtlingen und Asylsuchende. Diese Taufanfragen sind ernst zu nehmen und ein Grund zur Freude. Wenn Asylsuchende, bzw. Flüchtlinge die Taufe anfragen, ist in einem Erstgespräch die Motivation für diese Anfrage zu erkunden. Dabei muss unbedingt darauf hingewiesen werden, dass allein die Taufe nicht zwingend zu einem positiven Einfluss des Asylverfahrens führt.
 

Umgang mit Anfragenden:

  • Wenn die Anfragenden aus Ländern stammen, wo Konversion zu Verfolgung führt, behalten sich das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge und die Verwaltungsgerichte in einem Klageverfahren eine eigenständige Überprüfung der Ernsthaftigkeit der Konversion vor. Im Falle eines Verfahrens ist es wichtig, die Getauften eng zu begleiten und Kontakt zur Diakonie Hessen aufzunehmen, die über vielfältige Erfahrung auf diesem Gebiet verfügt.
  • Schon das Erstgespräch ist – wenn irgend möglich – mit Hilfe eines Übersetzenden zu führen, es sei denn der*die Anfragende verfügt über gute Deutschkenntnisse.
  • Der Taufe muss ein geordneter Unterricht vorausgehen, der nicht weniger als neun Unterrichtseinheiten enthält. Es ist darauf zu achten, dass zwischen dem Taufbegehren und der Taufe eine ausreichende Zeit vergeht.
  • Der Taufunterricht ist mit Hilfe Übersetzender durchzuführen, es sei denn die Person, die die Taufe wünscht, verfügt über ausreichende Deutschkenntnisse.
  • Wenn möglich können die Taufbewerber*innen in Gruppen zusammen unterrichtet werden.
     

Praktische Umsetzung in der Gemeinde:

  • Inklusive Gemeindearbeit bedeutet auch, dass die Taufbewerber*innen dem Gottesdienst folgen können. Dies kann mit Hilfe von geeignetem liturgischem Material in der Muttersprache der Katechumenen geschehen, durch Übersetzungsdienste oder auch durch die Bereitstellung von muttersprachlichen Bibeln oder smartphonefähigen Onlinediensten (z.B. Online-Bibeln).
  • Der Kirchenvorstand ist frühzeitig über bevorstehende Taufen zu informieren. Es sollte geprüft werden, ob es aus den Reihen des Kirchenvorstandes oder des Mitarbeitendenkreises Menschen gibt, die eine „Patenschaft“ (im Sinne eines kirchlichen Lotsendienstes) übernehmen könnten.
  • Eine breite Information der Gemeinde über die Taufe sollte das Vorurteil aufnehmen, die Taufe geschehe nur aus dem Grund, einen Schutz vor Abschiebung zu erhalten. Dies kann populistischen Tendenzen in der Gemeinde entgegen wirken. Außerdem kann es das Verständnis der Taufe neu beleben, indem die Ernsthaftigkeit des Taufbegehrens entdeckt wird.
  • Mit dem Kirchenvorstand und der Gemeinde sollte – im Gespräch mit den Katechumenen und den Neugetauften - überlegt werden, in welcher Weise die Integration der neuen Gemeindeglieder in die bestehende Gemeinde gestaltet werden kann.
  • Es sollte geprüft werden, ob innerhalb der Gemeinde offiziell die Phase eines Katechumenats von Erwachsenen, die die Taufe begehren, eingeführt werden kann. Zu diesem Katechumenat als eigenständiger „Glaubensphase“ gehört die offizielle Vorstellung der Taufkandidat*innen in der Gemeinde.
  • Zu diesem Katechumenat gehört auf Seiten der Gemeinde die Bereitschaft, sich in dieser Zeit in besonderer Weise um die Menschen, die den Taufunterricht besuchen, zu kümmern und deutlich zu machen, dass sie auch als Katechumenen in allen Bereichen der Gemeinde willkommen sind.

Kontakt

Pfarrer Joachim Bundschuh Gemeinden anderer Sprache und Herkunft
Tel.: +49 69 976518-55
E-Mail

Lioba Olbermann Sachbearbeitung Konfessionen, Religionen, Weltanschauungen
Tel.: +49 69 976518-21
E-Mail

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