Mit großer Dankbarkeit haben wir vergangenen Freitag Pfarrer Bernd Müller in den Ruhestand verabschiedet. LKR Pfarrer Diethelm Meißner und die Leiterin des Zentrums Oekumene, OKR Pfarrerin Christina Schnepel, blickten gemeinsam in ihrer Würdigung auf seinen spannenden Lebenslauf. Sein beruflicher Weg steht für zwei Haltungen, die sein Wirken durchzogen haben: dem Mut zur Veränderung und einer tief gelebten Verlässlichkeit.
Ein Leben im Aufbruch
Bereits früh suchte Bernd Müller neue Wege. Seine erste große Station als ordinierter Pfarrer der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) führte ihn Ende der 1980er Jahre gemeinsam mit seiner Frau Heidi nach Südafrika. Er nahm seine Arbeit in die Western Diocese der Evangelical Lutheran Church of Southern Africa (ELCSA) auf, mitten in der Zeit der Apartheid. Die Verbundenheit mit den Menschen dort hat ihn seitdem nicht losgelassen. Bis heute spricht er so gut Tswana, dass es für einen ausgiebigen Smalltalk reicht – Ausdruck einer Nähe, die über Jahrzehnte gewachsen ist.
Aus dieser Erfahrung erwuchs seine Leidenschaft für die Ökumene, die ihn zunächst ehrenamtlich und später hauptamtlich begleitete. Nach seinen Gemeindepfarrstellen an der Erlöserkirche am Fasanenhof und an der Stiftskirche in Kaufungen wurde er 2007 Beauftragter für den Kirchlichen Entwicklungsdienst und ab 2010 Referatsleiter für Weltmission und Partnerschaft der EKKW.
Engagement mit Weitblick und Sensibilität
Bernd Müller setzte sich mit großer Energie für globale Gerechtigkeit, ökumenische Partnerschaft und entwicklungsbezogene Bildungsarbeit ein. Seine Arbeitsweise war geprägt von einem wachen Bewusstsein für globale Unterschiede und von der Überzeugung, dass echte Begegnung Sensibilität, Bescheidenheit und Genauigkeit braucht – im Kleinen wie im Großen.
Er war ein Motor für thematische Partnerschaftsarbeit, initiierte internationale Konsultationen zu gesellschaftlichen, sozialen und ökologischen Fragen und engagierte sich über viele Jahre in Missionswerken wie EMS und VEM. Sein Beitrag wurde weit über die Landeskirche hinaus geschätzt.
Verlässlichkeit, die trägt
Neben aller Veränderungsfreude war Bernd Müller für Kolleginnen und Kollegen vor allem eines: ein überaus verlässlicher Partner. Seine Integrität und Beständigkeit haben wesentlich dazu beigetragen, dass seine Kirche international als vertrauenswürdige und glaubwürdige Partnerin wahrgenommen wird.
Auch Veränderungen, die er sich nicht selbst ausgesucht hatte – wie die Zusammenführung des Referats Ökumene mit dem Zentrum Oekumene im Jahr 2015 – begegnete er mit Offenheit und Bereitschaft, Neues zu gestalten. „Gewonnen habe ich ein gutes Team“, schrieb er selbst einmal – und prägte dieses Team über viele Jahre hinweg.
Dank und Segen
Für seine Neugier, seine Liebe zu den Menschen, seinen Blick für weltweite Zusammenhänge und seine tiefe theologische Überzeugung, dass wir in der Ökumene zugleich Gebende und Empfangende sind, danken wir Bernd Müller von Herzen.
Wir wünschen ihm Gottes Segen für alles, was nun vor ihm liegt – und freuen uns, dass sein Wirken in EKKW und EKHN und bei vielen Partnern weltweit weiter Früchte tragen wird.







