Gerd-Bruno Inkermann hat sein berufliches Leben dem Dienst in der Kirche und der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit gewidmet. Nach seinem Studium der Agrarwirtschaft mit einem Schwerpunkt auf Lateinamerika und subtropischer Landwirtschaft prägte er über viele Jahre die ökumenische Arbeit in der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW). Als Leiter der Ökumenischen Werkstatt im Landeskirchenamt in Kassel setzte er sich mit großem Engagement für die entwicklungspolitische Sensibilisierung kirchlicher Gruppen und Gemeinden ein. Ebenso wirkte er als pädagogischer Mitarbeiter im Referat Weltmission und Partnerschaft, wo sein Blick für globale Zusammenhänge Bildung und Verantwortungsbewusstsein förderte.
Ein besonderes Anliegen war Gerd-Bruno Inkermann der Brasilien-Arbeitskreis der EKKW sowie die langjährige Zusammenarbeit mit ökumenischen Partnerinnen und Partnern der Evangelischen Kirche lutherischen Bekenntnisses in Brasilien (Igreja Evangélica de Confissão Luterana no Brasil). Gemeinsam mit ihnen gestaltete er über viele Jahre die Lateinamerika-Projektwoche an der Offenen Schule Waldau. Mitarbeitenden aus dem globalen Süden Raum und Stimme zu geben, war ihm ein zentrales Anliegen, da er überzeugt war, dass wir in den sogenannten „entwickelten Ländern“ Wesentliches von ihnen zu hören und zu lernen haben. Auch das „Eine-Welt-Haus“ auf dem Kasseler Weihnachtsmarkt sowie das Projekt Weltgarten in Witzenhausen, das ihm besonders am Herzen lag, gehen auf seine Initiative bzw. sein maßgebliches Engagement zurück.
Mit der Bündelung der ökumenischen Arbeitsbereiche der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck und der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau im gemeinsamen Zentrum Oekumene im Jahr 2015 setzte Gerd-Bruno Inkermann seine Arbeit dort fort. Als Referent für Globales Lernen brachte er seine langjährige Erfahrung und fachliche Kompetenz ein. Er stand für eine theologisch fundierte und zugleich praxisnahe Bildungsarbeit, die Menschen dazu ermutigte, ihr eigenes Handeln in globalen Zusammenhängen kritisch zu hinterfragen und verantwortungsvoll zu gestalten.
Sein Wirken war getragen von einem tiefen ökumenischen Verständnis, seiner Verbundenheit mit den Menschen und seinem unermüdlichen Streben, Kirche als lernende und weltverantwortliche Gemeinschaft zu gestalten. Über die kirchliche Arbeit hinaus war Bruno Inkermann in seiner Heimat aktiv und widmete sich mit Freude der Imkerei – ein Ausdruck seiner Liebe zur Schöpfung und zur Natur. In seinem Leben verband sich eine tiefe Verwurzelung in der Heimat mit einer offenen, lernenden Weltsicht – und zeigte eindrücklich, dass beides kein Widerspruch ist.
Wir gedenken seiner als verlässlichen, engagierten und warmherzigen Kollegen. Brunos persönliches und berufliches Engagement wird in unserer ökumenischen Bildungs- und Entwicklungsarbeit weiterwirken.
Unser Mitgefühl gilt seiner Familie, seinen Freunden und all denen, die mit ihm verbunden waren.
OKR Pfarrerin Christina Schnepel, Leiterin des Zentrums Oekumene der EKHN und der EKKW
und alle Mitarbeiter*innen







