Nach Angaben einer Kontaktperson, die aus Sicherheitsgründen anonym bleibt, halten sich viele Bewohnerinnen und Bewohner seit Tagen nahezu ununterbrochen in ihren Häusern auf, heißt es in einer Mitteilung. Die Angst vor erneuten Zusammenstößen oder militärischen Operationen sei allgegenwärtig. Öffentliche Einrichtungen und Märkte blieben über lange Zeit geschlossen, Verkehrswege seien teilweise blockiert – mit der Folge, dass Familien voneinander getrennt und alltägliche Wege unmöglich wurden. Erst nach mehreren Tagen seien minimale Einkäufe wieder möglich gewesen.
Leben unter militärischem Druck
Über der Region gebe es fortlaufend militärische Flugbewegungen; zugleich würden Gefangene aus ehemaligen IS‑Lagern verlegt. Die lokale Bevölkerung wisse kaum, welche politischen Absprachen im Hintergrund wirkten – sie spüre nur die daraus resultierende Unsicherheit und die eingeschränkte Versorgungslage, heißt es in der Mitteilung weiter.
Geburt in Krisenzeiten
Wie fragil die Situation ist, zeigt der Bericht über eine Frau aus einer christlichen Gemeinde, die ihr Kind unter besonders schwierigen Umständen zur Welt brachte. Eine schwere Schwangerschaftskomplikation führte zu einer Frühgeburt. Im Krankenhaus fehlte es an Personal; die Versorgung war nur eingeschränkt möglich. Umso größer sei die Erleichterung darüber, dass Mutter und Kind wohlauf sind.
Kirchliche Präsenz trotz Gefahr
Christliche Gemeinden in Nordostsyrien sind Teil einer vielschichtigen religiösen und gesellschaftlichen Landschaft und tragen Verantwortung für Seelsorge und Zusammenhalt in ihrem Umfeld – selbst in höchst gefährdeten Lagen. Die geschilderten Eindrücke machen deutlich, dass es nicht allein um politische Nachrichten, sondern um konkrete Lebenswirklichkeiten und existentielle Herausforderungen geht.
Verbundenheit im Gebet und in der Öffentlichkeit
„Wir gehen diesen Weg des Glaubens gemeinsam“ – so endet ein Bericht aus Syrien. Diese Zusage gilt über alle Grenzen hinweg.
Unsere Kirchen stehen in ökumenischer Verbundenheit mit Christinnen und Christen im Nahen Osten. Die Berichte aus Nordostsyrien erinnern uns daran, wie wichtig es ist, ihre Stimmen wahrzunehmen und verantwortlich weiterzugeben, ohne ihre Sicherheit zu gefährden.
Anlässlich des Sonntags Reminiszere (1. März 2026) ruft die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) Gemeinden dazu auf, in Gottesdiensten und Gebeten besonders der bedrängten und verfolgten Christinnen und Christen in Syrien zu gedenken. Zu diesem Anlass stellt die EKD Materialien, Anregungen und Fürbitten bereit, die als Impuls für die gemeinsame Gebets- und Erinnerungsarbeit genutzt werden können.
Wir laden dazu ein, diese Materialien zu nutzen, um in unseren Gemeinden für die Menschen in Syrien zu beten und ihnen in Solidarität verbunden zu sein.
Materialien zum Sonntag Reminiszere
Die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) und die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) sind über diverse ökumenische Beziehungen mit Kirchen und Christ*innen in der Region verbunden:
Near East School of Theology (N.E.S.T.), Beirut
Die EKHN ist seit vielen Jahren mit der N.E.S.T. verbunden, einer theologischen Hochschule in Beirut (Libanon). Über Studium, Delegationsreisen und persönliche Begegnungen bestehen Kontakte zu Pfarrerinnen und Pfarrern aus dem Libanon und aus Syrien. Das Sabbatical-Programm der N.E.S.T., das Geistliche aus Krisenregionen stärkt und begleitet, wird von der EKHN maßgeblich unterstützt. Regelmäßig nehmen Pfarrerinnen und Pfarrer aus EKKW und EKHN am dreimonatigen Studienprogramm an der N.E.S.T. teil.
Evangelische Mission in Solidarität (EMS)
Sowohl EKHN als auch EKKW sind Mitglied der EMS. Über dieses internationale Netzwerk bestehen kirchliche Beziehungen und Austauschformate mit Kirchen im Nahen Osten, darunter auch in Syrien.
Kirchliche Freundschaft der EKKW mit der Rum-Orthodoxen Kirche von Antiochien
Die EKKW pflegt freundschaftliche Beziehungen zur Rum-Orthodoxen Kirche von Antiochien, deren Wirkungsbereich sich auch auf Syrien erstreckt. Diese Freundschaft ermöglicht Räume für Begegnung, theologischen Austausch und Solidarität mit Christinnen und Christen in der Region.
Engagement des Gustav-Adolf-Werks (GAW)
Die Gustav-Adolf-Werke beider Landeskirchen unterstützen evangelische Minderheitskirchen weltweit, auch im Nahen Osten. In Syrien engagiert sich das GAW seit Jahren in der Förderung kirchlicher Strukturen, in Bildungs- und Wiederaufbauprojekten sowie in der Unterstützung von Gemeinden, die unter den Folgen von Krieg und Vertreibung leiden. Über diese Arbeit besteht eine weitere wichtige Verbindung in die Region.
Spendenkonten
Gustav-Adolf-Werk e.V.
IBAN: DE42 3506 0190 0000 4499 11
Online-Spende
GAW Kurhessen-Waldeck e.V.
IBAN: DE81 5206 0410 0000 800 058
Online-Spende







