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„Resisting Empire, Promoting Peace – Churches Confront the Russian World Ideology“

Ökumenische Konferenz in Helsinki, Finnland

Pfarrerin Sabine Müller-Langsdorf, Referentin für Friedensarbeit und stellvertretende Leiterin des Zentrums Oekumene, brachte ihre friedensethische Expertise und Perspektiven der evangelischen Friedensarbeit in die Konferenz ein.

Vom 1. bis 3. Dezember 2025 kamen etwa 90 Vertreter*innen aus protestantischen und orthodoxen Kirchen, Nationalen Kirchenräten, ökumenischen Netzwerken und der internationalen sozialwissenschaftlichen wie theologischen Wissenschaft in Helsinki, Finnland, zu einer Konferenz zum Thema „Resisiting Empire – Promoting Peace. Churches Confront the Russian World Ideology“ zusammen. Organisiert wurde die Veranstaltung von der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) in Zusammenarbeit mit der Evangelisch-Lutherischen Kirche Finnlands und der Orthodoxen Kirche Finnlands. 

Die Konferenz befasste sich mit der dringenden Notwendigkeit, dass Kirchen imperialen Narrativen wie der Ideologie der „russischen Welt“ (russ: Russki mir) begegnen müssen. Dazu braucht es eine historische und sozialwissenschaftliche Analyse, theologische Klarheit und moralischer Mut. Thematisch spiegelte sich dies in den Schwerpunkten der Konferenz wider:

Thematische Schwerpunkte der Konferenz

1. Erinnern: Die historischen Wurzeln

Eine Reihe von Vorträgen beleuchtete die kirchenhistorischen und politischen Entwicklungen, die zur Entstehung der Russki Mir-Ideologie beigetragen haben. Beiträge von Expert*innen aus Finnland, der Ukraine und Deutschland eröffneten einen kritischen Blick auf die enge Verflechtung von Nationalismus und Religion.

2. Theologie befragen: Kirchen zwischen Macht und Verantwortung

Im umfangreichen theologischen Teil wurde die Frage diskutiert, wie Theologie in imperialen Kontexten missbraucht werden kann – und wie eine befreiende, friedensethische Auslegung dagegensteht.
Besonders eindrücklich waren Beiträge aus ukrainischen Kirchen, die die zerstörerischen Folgen religiöser Ideologisierung aus unmittelbarer Erfahrung schilderten.

3. Politik verstehen: Nationalismus, Grenzen und Demokratie

Am dritten Tag standen politische Analysen im Vordergrund – etwa zu religiösem Nationalismus, geopolitischen Neuordnungen und den Herausforderungen für demokratische Gesellschaften.
Ein Panel reflektierte zudem die Zukunft einer regelbasierten internationalen Ordnung angesichts wachsenden Autoritarismus.

Aus dem Zentrum Oekumene nahmen Pfarrerin Kathrin Mantey, Referentin für Entwicklung und Partnerschaft (Europa & USA), sowie Pfarrerin Sabine Müller-Langsdorf, Referentin für Friedensarbeit und stellvertretende Leiterin des Zentrums Oekumene, teil. 

Kathrin Mantey: „Die Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) wurde in Zeiten des Kalten Krieges in den 1950er Jahren gegründet, um Begegnung und Versöhnung in Europa zu fördern. Dieser Ansatz ist bleibend aktuell. Mit ihrer internationalen Zusammenarbeit können die Kirchen in Europa ein starkes ökumenisches Zeichen gegen religiös legitimierte Gewalt setzen.“

Müller-Langsdorf: „Ideologien wie die der „russischen Welt“ sind verwerflich. Sie fördern ein Denken in Feindbildern und segnen Krieg. Die Ideologie der „russischen Welt“ stellt eine grundlegende Verzerrung des Evangeliums dar. Jesus Christus hat die Menschen mit Gott versöhnt und nicht gegeneinander ausgespielt. Keine Ideologie darf diese Realität ihren eigenen nationalistischen Zielen unterordnen. 

Beide Teilnehmerinnen betonten: 
Kirchen tragen eine Verantwortung, imperialen Ideologien entgegenzuwirken und sich an die Seite der von Krieg, Gewalt und Unterdrückung Betroffenen zu stellen.

Ein gemeinsames Statement und der Blick nach vorn

Zum Abschluss wurde ein Entwurf des Konferenzstatements vorgestellt, der zentrale Positionen der Kirchen gegenüber der Russki Mir-Ideologie formuliert und zu verstärkter Zusammenarbeit in Friedensarbeit, theologischer Reflexion und Menschenrechtsverteidigung aufruft (Downloadlink).

Impulse aus dem Zentrum Oekumene

Pfarrerin Sabine Müller-Langsdorf brachte ihre friedensethische Expertise und Perspektiven der evangelischen Friedensarbeit ein. In der Moderation der Gruppenergebnisse setzte sie Impulse für einen kirchlichen Diskurs, der sich klar gegen religiös legitimierte Gewalt positioniert und auf Dialog, Gerechtigkeit und Versöhnung setzt.

Pfarrerin Kathrin Mantey nutzte die Konferenz für intensiven Austausch mit internationalen Partner*innen – insbesondere zu Fragen globaler Verantwortung, partnerschaftlicher Solidarität und der Rolle der Kirchen in Konflikt- und Postkonfliktregionen.

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