„Missachtung der Corona-Regeln gefährdet Menschenleben“

Bischöfin verurteilt Ausschreitungen bei Protesten gegen Corona-Politik in Kassel

Demonstrierende Querdenker*innen in Kassel am 20. März 2021

Die Bischöfin der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Dr. Beate Hofmann, hat die Ausschreitungen bei den Protesten gegen die Corona-Politik am Samstag in Kassel verurteilt. Kirche als Gemeinschaft von Christinnen und Christen trete für Demokratie und ein gelungenes Miteinander ein; sie stelle sich gegen jede Form von Gewalt, Rassismus, Antisemitismus und gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit.

„Freie Meinungsäußerung ist ein hohes Gut, für dessen Wahrung wir uns einsetzen. Aber ein Verhalten auf einer Demo, das Corona-Regeln nicht beachtet und mutwillig Ansteckungsrisiken in Kauf nimmt, ist kein sinnvoller Ausdruck der freien Meinungsäußerung, sondern höchst fahrlässig und verantwortungslos“, so die Bischöfin. Denn dadurch würden Inzidenzwerte weiter hochgetrieben und die Einschränkungen andauern. „Die Missachtung der Corona-Regeln gefährdet Menschenleben.“

Bischöfin Hofmann mahnt stattdessen zu Besonnenheit und Geduld: „Wir vertrauen darauf, dass wir diese Krise gemeinsam bewältigen werden, statt sie zu ignorieren.“ Zusammenhalt sei das Gebot der Stunde: „Zusammenhalt heißt aus unserer Sicht, die Corona-Regeln noch so lange auszuhalten, bis genug Impfstoff für alle da ist und miteinander die sozialen Folgen zu bewältigen. Zusammenhalt heißt nicht, sich über Regeln hinwegzusetzen, die zwar einschränken, aber auch Gesundheit und Leben schützen.“
  
Nach Angaben der Polizei waren am Samstag mehrere tausend Menschen in der Kasseler Innenstadt zusammengekommen, ohne bei dem nicht angemeldeten Demonstrationszug die Anweisungen der Behörden zu beachten. Zwischen der Polizei und den Demonstrierenden war es zu massiven Auseinandersetzungen gekommen. Ursprünglich hatten die 'Freien Bürger Kassel' eine Kundgebung sowie einen Umzug durch die Innenstadt mit rund 17 500 Teilnehmenden geplant. Bundesweit hatten dazu 'Querdenkende' mobilisiert. Der Hessische Verwaltungsgerichtshof hatte nur 6000 Demonstrierende abseits der Kasseler Innenstadt zugelassen und dies mit den steigenden Infektionszahlen begründet.

via EKKW

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