Gebet für Frieden auf der koreanischen Halbinsel

70. Jahrestag des Koreakriegs

 

Blumen zum Andenken an die Opfer der Proteste von 1980 in der Gedenkstätte in Gwangju/Südkorea

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs besetzten die USA und die Sowjetunion Korea. 1945 wurde am 38. Breitengrad eine Demarkationslinie vereinbart, die zwei Besatzungszonen voneinander trennte: Die Sowjets regierten den nördlichen Teil und die USA den südlichen Teil. Mit der Unterstützung der Sowjets überschritten die nordkoreanischen Truppen am 25. Juni 1950 die Demarkationslinie. Daraufhin deklarierte die UNO das Vorgehen Nordkoreas als Friedensbruch und schickte UN-Truppen unter der Führung von USA nach Korea. Nach anfänglichen Rückschlägen konnten die UN-Truppen den Gegner bis an die Grenzen Chinas zurückdrängen. Mit dem Kriegseintritt Chinas mit 400.000 „freiwilligen Kriegern“ und mit Hilfe der sowjetischen Luftwaffe konnten die Nordkoreaner ihr Territorium zurückgewinnen. Nach langen Verhandlungen und initiiert von den USA und der Sowjetunion wurde am 27. Juli 1953 ein Waffenstillstand vereinbart. Eine etwa 250 Kilometer lange und vier Kilometer breite entmilitarisierte Zone wurde eingerichtet.

Der Krieg zwischen Nord- und Südkorea, der über 4 Millionen Todesopfer, die meisten von ihnen Zivilisten, gefordert hat, zementierte die Spaltung Koreas. Beide Seiten Koreas haben flächendeckende Zerstörungen erlitten, die Millionen Menschen hungrig und obdachlos machten. Nach dem Krieg gab es auf beiden Seiten Folter und Massaker aufgrund ideologischer Unterschiede. Trotz vieler bilateraler und multilateraler Bemühungen gibt es bis heute keinen Friedensvertrag zwischen den beiden Staaten.

Für einen Friedensvertrag engagieren sich seit Jahren die Partnerkirche der EKHN, die Presbyterian Church in the Republic of Korea (PROK) und der Nationale Kirchen Rat in Korea. Im Rahmen des 70. Jahrtestages plant PROK verschiedene Aktionen unter anderem einen Pilgerweg entlang der entmilitarisierten Zone. Als Partner wurde die KHN eingeladen mit Gebeten und Solidaritätsbekundungen, den Pilgerweg zu begleiten.

Fürbitten für Korea

Gott des Lebens,
am 70. Jahrestag des Koreakriegs stehen wir vor dir und gedenken der Opfer dieses zerstörerischen Kriegs und der Teilung Koreas. Tröste die Angehörigen der Opfer. Gib Hoffnung für die getrennten Familien. Hilf den Menschen in Korea, ihre ideologischen Differenzen zu überwinden und führe die getrennten Bruderstaaten zusammen. Gib, dass alle, die politische Verantwortung tragen, angemessene und weitsichtige Entscheidungen treffen und im Gespräch miteinander eine friedliche Lösung suchen.

Gott des Friedens, du willst Frieden und Versöhnung auf dieser Erde. Angesichts von furchtbarem Leid und Elend bitten wir um Einsicht für uns Menschen, damit unsere Welt und die Menschheit vor Kriegen bewahrt bleiben mögen. Hilf uns und insbesondere den Menschen in Korea, den Weg des Friedens zu suchen und zu gehen und alle zu unterstützen, die für den Frieden eintreten. Mache die Friedenskampagne unserer Partnerkirche zu einem Erfolg. Mache unseren Kirchen zu Instrumenten und Stimmen des Friedens und der Versöhnung.

Pfarrer Dr. Johny Thonipara

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