Evangelische Kirche ruft zu Spenden für Indien in der Corona-Krise auf

Hessen-Nassau mit 50.000 Euro Soforthilfe für Partnerkirchen und Partnerorganisationen

Hilfsmaßnahmen in der indischen Partnerkirche der EKHN mit dem Bischof von Amrtisar Pradeep Kumar Samantaroy (2.v.l.)

Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) hat am Wochenende angesichts der sich zuspitzenden Corona-Lage in Indien zu Spenden für das Land aufgerufen. Aus dem Etat für Ökumene stellt sie ihren Partnerkirchen und Partnerorganisationen in Indien zudem eine Soforthilfe über 50.000 Euro zur Verfügung. Die Entscheidung fiel am Samstagabend nach einer Videokonferenz mit Partnern in Indien. In dem Gespräch unter anderem mit Hessen-Nassaus Kirchenpräsident Volker Jung hatten die Bischöfe der indischen Partnerdiözesen und Direktoren der Partnerorganisationen in Indien gegenüber der EKHN ihre Sorgen zum Ausdruck gebracht.

Jeder Sauerstoffbehälter zusätzlich rettet Leben

Pradeep Kumar Samantaroy, Bischof der Diözese Amritsar, bat um Unterstützung für die Bereitstellung von Sauerstoff. „Jeder Sauerstoffbehälter kann Leben retten“ so Bischof Samantaroy. „Der Tod kommt uns so nah“ sagte George Cornelious, Bischof der Diözese Krishna-Godavari. „Viele mir bekannten Personen sind gestorben, darunter auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Diözese“, fügte er hinzu. Viele Menschen lebten in Angst und in Unsicherheit. In einigen Teilen Indiens seien Ausgangssperren und Lockdowns verhängt worden.

400.000 Neuinfektionen täglich in Indien

in den zurückliegenden Tagen hatte sich die Corona-Pandemie zu einer Katastrophe für Indien ausgeweitet. Die Zahl der Neuinfektionen steigt in Indien drastisch weiter. Täglich werden derzeit etwa 400.000 Neuinfektionen gemeldet. Damit verzeichnet Indien inzwischen die höchsten Infektionszahlen weltweit. Fast 4.000 Menschen sterben an jedem Tag. Die Dunkelziffer wird als deutlich höher angesehen. Die rasche Ausbreitung des Corona-Virus bringt Krankenhäuser in Indien an ihre Belastungsgrenze. Viele werden vor den Hospitälern in Autos und Autorikschas behandelt. Da in den Krankenhäusern Sauerstoff ausgeht, sterben Menschen qualvoll. An Impfstoff fehlt es im ganzen Land.

Christliche Kirchen in Indien hart betroffen

Die Kirchen in Indien trifft die Krise hart. Ihre Ressourcen sind erschöpft und viele Mitarbeitende krank. Trotzdem sehen sich die Partnerdiözesen und Partnerorganisationen der EKHN in Indien in der Verantwortung und bieten Hilfen an. Dringend benötigt werden Sauerstoffbehälter und Sauerstoffgeräte, Medikamente, Impfstoffe, FFP2-Masken und Desinfektionsmittel. Aber oft mangelt es auch an ausreichend Grundnahrungsmitteln. Auch hier versuchen Partnerorganisationen wie das Henry Martyn Institute in Hyderabad zu helfen. Es versorgt Menschen in ihren Projekten in der Altstadt mit Nahrungsmitteln.

Spendenkonto

Evangelische Bank Kassel
BIC: GENODEF1EK1
IBAN: DE27 5206 0410 0004 1000 00
Betreff: Corona-Hilfsfonds-Ökumene

Hinweise

Zum 1. April sind von Seiten des indischen Staates neue Regularien zum Empfang von Devisen aus dem Ausland in Kraft getreten. Gegenwärtig befinden sich die von den Partnern neu beantragten Konten noch in der Prüfung durch staatliche Behörden. Eine Genehmigung wird erwartet. Sowie diese vorliegen, können die Mittel überwiesen werden. Darüber hinaus unterstützt die EKHN aus dem Corona-Hilfsfonds-Ökumene auch weitere Partnerkirchen und Partnerorganisationen vor allem in Afrika und Asien.

Kontakt

Mitarbeitende des Zentrums Oekumene in Frankfurt stehen in engem Kontakt mit den Partnern in Indien. Sie geben gerne weitere Auskünfte über aktuelle Entwicklungen. 

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