EKKW hilft ihren Partnern in der Not

34.000 Euro werden vor allem für Nahrungsmittel gebraucht

In den Siedlungen der Dalits in Südindien herrscht Armut. Von der Corona-Krise sind sie besonders betroffen. Das Foto entstand vor dem Ausbruch der Pandemie in Indien.

Die Corona-Pandemie hat ärmere Länder auf der ganzen Welt massiv getroffen. Das Kollegium der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck hat darum erneut eine Nothilfe beschlossen, die über das Partnernetzwerk der Ausbildungshilfe der Landeskirche verteilt werden soll. „Mit 34.000 Euro aus der Erntedank-Kollekte soll die größte Not gelindert werden“, erklärte Claudia Brinkmann-Weiß, Dezernentin für Diakonie und Ökumene. Die langjährigen Partner der Ausbildungshilfe stellen sicher, dass das Geld wirklich bei den Betroffenen ankommt.

Alle Studenten des Andhra Christian Theological College (ACTC), einer theologischen Universität im südindischen Hyderabad, haben rechtzeitig vor dem Stopp des öffentlichen Lebens ihre Heimatdörfer erreicht, schreibt Rektor John Prabhakar. Der Großteil von ihnen gehört zur Bevölkerungsgruppe der Dalits, früher „Unberührbare“ genannt, die noch unterhalb des Kastensystems stehen. In aller Regel verdingen sie sich als Tagelöhner auf den Feldern oder in der Backstein-Produktion. Jetzt steht alles still und sie sind ohne Einkommen. Das ACTC will mit dem Geld aus Kurhessen-Waldeck das Überleben dieser 290 Familien einige Zeit sichern.

Auch das TMAM Research and Orientation Centre, eine Fortbildungsstätte der Mar-Thoma-Kirche im indischen Bundesstaat Kerala kümmert sich um die Notlage von Tagelöhnern. Das Zentrum plant, 200 Nahrungspakete zu verteilen, die Reis, Weizenmehl, Öl, Zucker, Tee, Kaffee, Getreide und Gemüse enthalten.

Diesen Ansatz verfolgt auch das Zentrum Pravaham nahe Vellore in Südindien. Dort werden 40 junge Frauen zu Krankenpflegehelferinnen ausgebildet, aber derzeit ruht der Ausbildungsbetrieb. Ein Großteil von ihnen stammt ebenfalls aus armen Dalit-Familien. Diese sollen unterstützt werden, zusätzlich aber auch andere Menschen, die keine staatliche Unterstützung bekommen, darunter Arbeitsmigranten und Menschen, die in Schuldknechtschaft leben. Pravaham-Leiterin Lucy Shyamsundar will ihnen Überlebenspakete zukommen lassen. Darin sollen unter anderem Reis, Linsen, Zwiebeln, Seife und Medizin zu finden sein.

Auch in Südafrika hat die Pandemie dramatische Folgen, wie Professor Herbert Moyo von der Universität in Pietermaritzburg berichtet. Während es einheimischen Studierenden gelungen sei, vor dem Lockdown zu ihren Familien zu kommen, sei die Lage für ausländische Studierende schwierig. Vor der Krise hätten sie meist ihren Lebensunterhalt mit Jobs in der Gastronomie oder in Frisörläden bestritten, beides sei nun nicht mehr möglich. Viele Vermieter hätten in der Krise zudem die Mieten erhöht, was die Lage verschärft. So will die Universität 61 Familien mit Nahrungsmitteln helfen.

Die Landeskirche ruft gleichzeitig zu weiteren Spenden für die Ausbildungshilfe auf. „Um über die akute Nothilfe hinaus auch die Bildungschancen der jungen Leute zu sichern, sind wir dankbar für jede Spende“, erklärt Pfarrer Bernd Kappes, Geschäftsführer der Ausbildungshilfe.

Spendenkonto der Ausbildungshilfe:
Evangelische Bank
DE88 5206 0410 0000 0030 77

Kontakt:
Ausbildungshilfe – Christian Education Fund
bernd.kappes@ekkw.de
www.ausbildungshilfe.de

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