Indien: Coronazahlen steigen dramatisch

Telefonischer Kontakt zu den Partnerdiözesen.

Indien ist stark betroffen von der Covid-19-Pandemie

Die Coronazahlen steigen in Indien drastisch weiter. Täglich werden ca. 350 000 Neuinfektionen gemeldet. Damit verzeichnet Indien die höchsten Infektionszahlen weltweit. Fast 3000 Menschen sterben täglich. Die Dunkelziffer ist viel höher.

Die rasche Ausbreitung des Coronavirus bringt Krankenhäuser an ihre Belastungsgrenze. Schätzungen zufolge braucht Indien 3 Millionen Betten für Corona Patienten und 350 000 Betten in Intensivstationen. Oftmals fehlen Medikamente. Leider verschärft das Verhalten der Menschen die Lage in den Krankhäusern. Viele gehen voreilig ins Krankenhaus. Da in den Krankenhäusern der Sauerstoff ausgeht, sterben Menschen. Unterdessen wird berichtet, dass Sauerstoffflaschen auf dem Schwarzmarkt zu Wucherpreisen gehandelt werden.
Das Oberste Gericht in Neu Delhi verpflichtete die Regierung, die Sicherheit der Sauerstofftransporte in die Kliniken zu gewährleisten. Die Regierung setzt die Luftwaffe und Züge zur Verteilung der Sauerstoff-Flaschen ein. Sauerstoffflaschen, die bei Streitkräften in verschiedenen Einrichtungen erhältlich sind, werden für Krankenhäuser freigegeben. Liegewagen der Eisenbahn werden umfunktioniert als mobiles Krankhäuser.

In dieser katastrophalen und desaströsen Situation erfährt Indien große internationale Solidarität, sogar von dem Erzfeind Pakistan. Deutschland liefert 23 Anlagen zur Aufbereitung von Sauerstoff. Die USA planen eine beschränkte Lieferung von Vakzin-Komponenten amerikanischer Pharma-Unternehmen und die Entsendung von medizinischem Personal nach Indien.

Für den zuletzt massiven Anstieg der Infektionszahlen wird  B.1.617, die Mutation des Coronavirus mit zwei Mutationsmerkmalen, sowie religiöse, politische und sportliche Massenveranstaltungen verantwortlich gemacht: Großveranstaltungen im Rahmen des hinduistischen Navratri-Festes oder der hinduistischen Kumbh Mela (die als die größte religiöse Massenzusammenkunft der Welt gilt) und des muslimischen Ramadans, Massenveranstaltungen für die Wahlkampagne in einigen Bundesstaaten, Massensportveranstaltungen, Hochzeiten und andere private Feiern.

Manche Menschen in Indien sind nicht mehr vorsichtig und folgen nicht den Vorgaben der Gesundheitsbehörden. Es ist schwierig in Indien, Abstand zu halten. Manche denken, eine erste Impfung sei ausreichend.

Aktuelle Zahlen aus Indien (Stand: 26. April, 16.20Uhr)

Infizierte: 17 346 126
Aktuelle Fälle: 2 831 625
Todesfälle (gesamt): 195 325

Die Lage in den Bundesstaaten, in denen die Partnerdiözesen der EKHN und der EKKW präsent sind:

Andhra Pradesh: Infizierte: 1 043 441, Aktuelle Fälle: 95 131, Todesfälle: 7736
Karnataka Infizierte: 1 339 201, Aktuelle Fälle: 262 181, Todesfälle: 14 426
Kerala: Infizierte: 1 405 656, Aktuelle Fälle: 219 221, Todesfälle: 5111
Punjab: Infizierte: 339 090, Aktuelle Fälle: 48 154, Todesfälle:  8432
Jammu  Kashmir: Infizierte: 160 755 Aktuelle Fälle: 19 558 Todesfälle:  2147
Himachal Pradesh: Infizierte: 87 501, Aktuelle Fälle: 13621 Todesfälle:  1323

Pfarrer Dr. Johny Thonipara, Referent für Entwicklung und Partnerschaft Asien, steht mit den kirchlichen Partnern in Indien telefonisch in Kontakt, um sich über die Lage in den Partnerdiözesen zu informieren.

In der Diözese Amritsar ist die Situation nicht so dramatisch. In East Kerala ist die Situation trotz der steigenden Zahlen unter Kontrolle. Kerala verfügt über eine ziemlich gute medizinische Infrastruktur. In Krishna Godavari/ Andhra Pradesh und im Bundesstaat Karnataka ist die Lage kritisch. Gottesdienste sind nur begrenzt möglich. Die meisten Schulen und Hostels sind geschlossen.

Pfarrer Thonipara bittet, die Menschen in Indien in Ihr Gebet aufzunehmen.

Gebet in Corona Zeiten – nicht nur für Indien

Gott, du Schöpfer, Bewahrer der Schöpfung, Gedenke der Menschen überall in der Welt, die unter dem Coronavirus leiden müssen. Insbesondere beten wir für die Menschen in Indien. Wir sind sprachlos über die rasant steigenden Zahlen von Kranken und Sterbenden.

Du Gott, unsere Zuflucht und Stärke, erhebe deine schützende und heilende Hände über die am Corona Erkrankten und bewahre sie. Hilf ihnen, dass sie die notwendige medizinische  Unterstützung finden.

Nimm die Verstorbenen in deine Barmherzigkeit auf. Schenke Trost und Hoffnung für diejenigen, die ihre Angehörigen, Kolleg*innen  und Freund*innen verloren haben. Sei mit denen, die Verstorbene bestatten.

Stärke und ermutige das Personal im Gesundheitswesen. Schenke ihnen Kraft, Geduld und Ausdauer.

Wir bitten für alle, die in Panik geraten sind und die in Angst leben, dass sie Ruhe, Geduld und Vertrauen finden.

Du Gott des Lebens, du hast uns nicht allein gelassen. Wir danken dir für die Hilfsbereitschaft vieler Menschen und Staaten.

Lehre uns, die vorhandenen Ressourcen gerecht miteinander zu teilen und  lass uns aufmerksam sein für die großen Nöte weltweit. Stärke uns, unsere Solidarität mit denen auszudrücken, die uns am dringendsten brauchen.

Sei mit den Wanderarbeiter*innen, Obdachlosen, Mittellosen und mit allen, die um ihre Existenz bangen. Schütze sie und schenke ihnen ein Leben in Würde.

Leite die,  die politische Verantwortung tragen, damit sie Entscheidungen in Weitsicht und Weisheit treffen, die dem Wohlergehen aller Menschen dienen.

Führe uns und sei uns in dieser Korona-Krise besonders nahe. Lass uns nicht die Hoffnung verlieren.

 

Informationen zur Situation in den Partnerkirchen und Spendenkonten

Pfarrer Dr. Johny Thonipara

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