Gebete und Andachten

Lutz Drescher, Ostasienreferent des EMS (Evangelisches Missionswerk in Südwest Deutschland) macht darauf aufmerksam, dass die japanischen Gebete es ermöglichen, nicht nur "für die Betroffenen in Japan" zu beten, sondern dies "gemeinsam mit den japanischen Christen" zu tun.


Morgenandacht am 14. Februar 2013, Pfarrer Makito Suzuki

(Japan Baptist Convention, Koriyama Kosmos Dori Kirisuto-kyokai)
Deutsch-Japanische Kirchen-Konsultation von NCC-J und EKD in Hamburg

Wir hatten eben gebetet „Gott, schenke uns Frieden!“

Heute möchte ich Ihnen Zeugnis für dieses Gebet geben.

Wenn ich an „Frieden“ denke, so taucht in mir folgendes Szene auf: Als sich die Jünger nach der Kreuzigung in ein Zimmer einschlossen, voller Angst und ohne Hoffnung, erschien ihnen Jesus und sprach: „Friede sei mit euch!“

Ich glaube, dass Jesus Christus derjenige ist, der uns Ruhe, Frieden, Hoffnung gewährt  – zu welcher Zeit auch immer.

Heute möchte ich Ihnen dies von zwei Menschen bezeugen. Der eine ist ein Mann in den dreißiger Jahren. Dieser Mann rief mich eines Abends in der Kirche an und sagte: „Ich habe eine Frage.“ Der Inhalt seiner Frage war, ob nach der Bibel Selbstmord eine Sünde sei. Als ich ihm weiter zuhörte, erfuhr ich, dass seine Familie infolge des Tsunami der Großen Katastrophe von Ost-Japan am 11. März 2011 umgekommen war. Zuerst fragte ich ihn, ob er nicht am nächsten Tag zur Kirche kommen könnte, damit ich ihm direkt zuhören könne. Aber dann erfuhr ich, dass der Mann zu dieser Zeit bereits sein Handgelenk aufgeschlitzt hatte. Nachdem ich mich versichert hatte, dass er die Wunde selbst verbinden konnte, bat ich ihn, gleich zur Kirche zu kommen. Als dieser Mann zur Kirche kam, begriff ich, dass er tief verletzt war. Daher umarmte ich ihn und sagte: „Das war schlimm, das war bitter.“ Da begann der Mann, in Tränen auszubrechen. Dann erzählte er mir von seiner Erfahrung.
Seine Familie wohnte in der Stadt Iwaki in der Präfektur Fukushima. Er war LKW-Fahrer und befand sich zur Zeit des Ausbruchs der Katastrophe an einem Ort weit entfernt von zu Hause. Als er von der Katstrophe erfuhr, wollte er schnell nach Iwaki zurückkehren. Aber es war nicht so einfach zurückzufahren. Wegen der durch die Katastrophe verursachten Verkehrsstaus und der Umleitungen brauchte er schließlich drei ganze Tage, um nach Hause zu gelangen. Dort traf er nur noch seinen jüngeren Bruder an. Nach etlichen Tagen fand man die Leichen seiner Frau und seiner Mutter. Für ihn war es die einzige, unersetzbare Familie.
Aber dies war nicht das einzige, was er zu ertragen hatte. Darüber hinaus verletzte ihn sein Bruder, als er ihm vorwarf: „Weil du nicht zu Hause warst, ist dies passiert. Ich vergebe es dir nicht.“ Als der Tsunami hereinbrach, hatte er alleine versucht, die Mutter zu retten. Aber er vermochte dies nicht, vor seinen Augen wurde sie vom Tsunami weggerissen. Der schmerzlichste Umstand war für den jüngeren Bruder, dass der ältere Bruder nicht da war, auf den er sich bisher verlassen hatte, das war sehr hart für ihn, denke ich. Aber nachdem der ältere Bruder diese Worte des Jüngeren hatte hören müssen, wurde es für ihn unmöglich, noch mit ihm zusammen zu wohnen. Er zog von Iwaki um nach Koriyama und lebte hier alleine. Da er auch seine bisherige Arbeit verloren hatte, wurde er Busfahrer für die Arbeiter, die im Fukushima AKW I Reparatur-Arbeiten ausführten. (Er fuhr sie zwischen Unterkunft und AKW hin und her.) So verbrachte er auf diese Weise eine Zeit lang, aber da er schließlich mehr als die zugelassene Menge der radioaktiven Verstrahlung erhalten hatte, verlor er auch seine Arbeit als Fahrer.
Danach fand er eine andere Arbeit, aber nach einiger Zeit empfand er in seinem Körper ein abnormales Gefühl; er ließ sich untersuchen, und als Ergebnis stellte sich heraus, dass er Lungen-Krebs hatte. Als er derartige Erfahrungen gemacht hatte, dachte er: das ist das Ende, ich bringe mich jetzt um. Da fiel ihm die Kirche ein, in der er gegangen war, als er noch klein war. Daher telephonierte er mit mir in der nächsten Kirche.
Als ich dies hörte, fehlten mir jegliche Worte.

Ich möchte Ihnen noch das Zeugnis eines weiteren Menschen mitteilen. Diese Person ist eine Oma, die einer meiner Pfarr-Kollegen in Otsuchi-cho in der Präfektur Iwate in einer provisorischen Unterkunft getroffen hatte. Als er in diese provisorische Unterkunft kam, sah er eine einsame Person, daher setzte er sich eine Weile an ihre Seite. So erzählte sie ihm ihre Erfahrungen. Ihr Sohn war im Tsunami umgekommen. Aber nicht nur das, ein unerträgliches Erlebnis war, dass der Sohn ihres Sohnes, also ihr Enkel, ihr folgendes sagte: „Es wäre besser gewesen, wenn es nicht mein Vater gewesen wäre, sondern die Oma!“ Als die Großmutter diese Worte hörte, wurde es für sie hinfort unmöglich, noch als Familie zusammen zu leben. Wenn ich an den jüngeren Bruder des zuerst genannten Mannes denke oder an den Enkel der Großmutter, kommen mir verschiedene Dinge in den Sinn. Ich denke, dass beide vermutlich ihre Worte hinterher bereut haben.
Unter dermaßen schockierenden Erfahrungen dieser Katastrophe verhalten sich Menschen nicht normal. Ich vermute, diese beiden sagten Worte ohne nachzudenken, unüberlegt. Aber für die Betroffenen wurden sie zu lebenslangen Verletzungen, die sie nicht vergessen können. Während sie solche Verletzungen in sich tragen, können sie sich noch nicht darüber freuen, dass sie überlebt haben. Wenn wir solchen Menschen begegnen, können wir nur sagen: „Leben Sie bitte wenigsten im Heute.“ „Danke dafür, dass man bisher die Möglichkeit zum Leben erhalten hatte.“ Die Wirklichkeit der Katastrophe ist, dass sie den Menschen viele Dinge gewaltsam entrissen hat. Körperlich und seelisch, in menschlichen Beziehungen und auch religiös haben Menschen sehr vieles verloren. Zahllose Menschen wurden sehr verletzt. Unter diesen Bedingungen leben Menschen, die noch verschiedenste Schmerzen in sich tragen. Darüber hinaus müssen solche Menschen im Katastrophengebiet täglich ein hartes Leben zubringen. Eine Person sagte einmal Folgendes: „Von anderen Menschen wird oft gesagt, seit dem die Katastrophe schon ein Jahr vorbei ist, wird es doch besser. Aber so verhält es sich nicht. Weil ein Jahr vergangen ist, wurde es härter. Vor einem Jahr haben wir uns noch bemüht, aber jetzt sind unsere Anstrengungen erlahmt.“
Unter solchen Bedingungen leben diese Menschen. Darüber hinaus, in den radioaktiv verstrahlten Gebieten in und außerhalb der Präfektur Fukushima werden die Strahlenschäden von jetzt an ein schlimmes Problem werden. Besonders haben wir Angst um die Kinder.
Beten Sie bitte für Japan.
Ich habe Ihnen die Worte eines Gebetes mitgebracht, welches wir im vergangenen Jahr zum ersten Jahrestag der Katastrophe verfasst haben. Heute möchte ich dieses Gebet mit Ihnen teilen. (Text anschließend)

(Übersetzung: Martin Repp)

 

Gebet der Japan Baptist Convention

go here Zum 1. Jahrestag

HERR,

in der Nacht an jenem Tag, als noch große Nachbeben dauerten und der Tsunami-Alarm noch nicht aufgehoben war, blieben die Leute in Japan fassungslos, im Angesicht der Bilder von Tsunamischäden, die das Fernsehen zeigten.

Am 11. März 2011 um 14:46: 18 Uhr brach das große Tohoku-vor der pazifischen Küste-Erdbeben aus (mit dem Epizentrum 130 km vor der Küste der Oshika-Halbinsel in der Präfektur Miyagi) und richtete beispiellose Schäden an. 15,843 Tote, 3,469 Vermisste, das größte Erdbeben der Observierungsgeschichte Japans veränderte unsere Lebenswelt vollständig. Erdbebenschäden, Tsunamischäden und Atomschäden von damit havarierten Fukushima Daiichi AKWs entrissen Leben von vielen Menschen, Familienmitgliedern, Freunden und Freundinnen, alltägliches Leben und Arbeit. Sie zerrissen unsere Verhältnisse zueinander. Wir befinden uns noch inmitten der Schmerzen. Nach erst einem Jahr können wir ja jenen Tag gar nicht vergessen.

Wir haben die Notunterkünfte besucht. Direkt nach dem Erdbeben waren sie im totalen Chaos. Die Aufnahme von freiwilligen Helfer/-innen war noch nicht bereit. Trotzdem versuchten wir, was wir dort tun könnten. Wir wollten seelsorgerlichen Dienst vom Zuhören leisten. Ich saß neben einem Herrn, der auf einer Matratze in einem mit Pappen aufgeteilten Raum lag, und konnte nichts tun außer darauf zu warten, dass er ein Wort spricht. Vor uns entfaltete sich eine jämmerliche Situation. Angesichts von leidenden, trauernden Menschen dachte ich, dass ich irgendetwas gegen diese Situation machen soll. Aber ich wusste nicht, wie ich mit diesen Menschen umgehen, und mit welchen Worten ich sie ansprechen soll. Da konnte ich nicht ein einziges Wort finden. Dort gab es unbeschreibliche Distanz, eine schwere drückende Atmosphäre. Nur einige Stunden pro Tag dort zu sitzen machte mich total kaputt. Wenn ich auf unsere Hilfstätigkeiten zurückblicke, erinnere ich mich immer an diesen Ausgangspunkt.

Einer von uns begegnete einer Frau, die ihren Mann durch den Tsunami verloren hatte. Sie besuchte jeden Tag Leichenhallen, um die Leiche ihres Mannes zu suchen. Aber es dauerte Wochen, bis sie ihren verstorbenen Mann endlich finden konnte. Ich habe gehört, dass sie da gedacht haben soll: "Erleichtert! Ich muss nicht mehr hierhin kommen". Als ich diese Worte hörte, dachte ich mir, durch welche schwere Zeit sie gegangen sein musste, und wurde sprachlos.

Eine von uns nahm an Abschiedsfeiern von unbekannten Toten vor dem Krematorium teil. Sie hat gesagt, jedesmal, wenn sie sich an anonymen Feiern beteiligte, prägte sie auf dem Rückweg in ihr Herz ein, dass jede von diesen anonymen Personen ihre Familie, Freund/-innen und Bekannte hatte.

Viele von uns beschäftigten sich als Freiwillige mit der Aufräumungsarbeit. Einer hat gesagt, während er Stück für Stück die Trümmer aufnahm, dachte er, jedes Stück ist voll von Lebenszeugnissen und Erinnerungen. Da musste er weinen.

Einer von uns begegnete Flüchtlingen aus der Evakuierungszone wegen der AKW-Unfälle. Er hat von ihnen gehört, dass sie alle mehrere Male, fünf, sechs oder sogar sieben Male, Notunterkünfte wechseln mussten. Nach den AK W-Unfällen änderte die Regierung ihre Richtlinie eine nach der anderen und erweiterte stufenweise den Radius der Evakuierungszone. Jedes Mal, wenn die Richtlinie geändert wurde, mussten die Flüchtlinge von der erst ansässig gewordenen Notunterkunft entfliehen. Aber es gab keinen vorher zugewiesenen Weg zu einem anderen Zufluchtsort. Mit Hilfe von Hörensagen suchten sie nach neuer Notunterkunft. Als sie in eine endlich gefundene Notunterkunft hinein wollten, wurden sie abgelehnt. So etwas passierte öfters. Einer hat gesagt: "Am härtesten war es, dass mein Enkelkind auf dem Fluchtweg in der Kälte krank wurde und Fieber bekam. Ich konnte keine Klinik finden, wo es ärztlich behandelt werden konnte. Da waren wir wirklich hilflos."

Auf diese oder ähnliche Weise suchten alle Zuflucht, vom Staat an der Nase herumgeführt, hier und dort ihr Gefühl verletzt. Diese Situation dauert immer noch an. " Ins eigene Heim zurück!", das ist ihr einziger Wunsch. Ohne dass dieser Wunsch in Erfüllung geht, verbringen sie ihre Zeit. Wenn wir an die Situation solcher Leute denken, können wir nicht anders, als Ärger und Irritation fühlen. Um uns gibt es auch noch jetzt die Leiden vieler Menschen, unaufhörlichen Schmerz, Stimmen der Trauer, Stöhnen und Schreien. Es gibt nichts, was wir dagegen tun können.

Andererseits scheinen die Ereignisse der Erdbebenkatastrophe immer weiter in die Vergangenheit gerückt zu werden. Aber der Wiederaufbau schreitet nicht voran und mehrere Menschen sind noch in der Not. Es gibt Leute, die mitten im Leiden der AKW-Unfälle stehen. Leute, die in Notunterkünften innerhalb der Evakuierungszone wohnen; Leute, die aus Angst vor Strahlenschäden in eine andere Präfektur geflohen sind; Leute, die trotz der Angst aus verschiedenen Gründen in der Präfektur Fukushima geblieben sind; Leute, die jetzt noch unter Lebensgefahr an den havarierten AKWs mit aller Anstrengung arbeiten, um sie unter Kontrolle zu bringen. Hier stehen wir, die wir durch irreführende Informationen über die Unfälle immer wieder an der Nase herumgeführt werden.

Unabhängig von den Problemen der AKW-Unfälle gibt es noch viele, die wegen des Arbeitsmangels in der Heimatregion in eine andere Präfektur ausgewandert sind. In den Übergangswohnungen leben die Leute manchmal in Einsamkeit und Angst, weil sie ihre bisherige örtliche Gemeinschaft verloren haben. Manche erinnern sich an die hilflose Situation direkt nach der Erdbebenkatastrophe und leiden an Schuldgefühl. Sie sagen: "Ich konnte da gar nichts tun". Manche beginnen ihre neuen Häuser zu bauen. Aber es fangen in den Übergangswohnungen an, die Unterschiede zwischen denjenigen, die Häuser bauen können, und denjenigen, die es nicht leisten können, immer klarer, ihre Distanz im Herzen immer größer zu werden. Sie sind mit der Schwierigkeit konfrontiert, in der örtlichen Gemeinde zu leben.

HERR, lass uns diese Leute nicht vergessen. Lass uns die Stimme, die gehört werden will, anhören, und das richtig zu Herzen nehmen, was ins Herz zu prägen gilt. Durch diese Katastrophe ist unser Glaube tief erschüttert und geprüft worden. Wir müssten gelernt haben, dass unser HERR die Liebe ist, dass unser HERR treu ist, und dass alles, was HERR tut, gut ist. Aber jetzt geht es uns manchmal so, dass wir Dich, HERR, nicht verstehen können und fragen müssen: "Du, unser Gott, warum?". Wir müssten eigentlich darüber voller Kenntnis sein, dass wir gerade in der Situation wie dieser einträchtig gemeinsam gehen sollen. Aber wir können nicht so einfach eins sein. Um uns gibt es Menschen, die unter vielen Schmerzen leiden. Aber wir können ab und zu diesen Menschen nicht beistehen. Durch die AK W-Unfälle haben wir die Torheit der Menschen vor Augen gesehen und möchten so etwas nie wiederholen. Wir müssten davon voll bewusst sein, dass wir nicht weiter so machen sollen. Aber wir bleiben noch in der Lage, gleichen Fehler zu wiederholen. Angesichts der harten Wirklichkeit der Katastrophe wurden uns vor unseren Augen durch und durch gezeigt, unser Mangel an Glauben, an Liebe, an Geduld, unsere Unbeständigkeit und die Tiefe unserer Sünde.

Aber HERR, Du bist bei uns, die wir in diese Situation geraten sind. Du verlässt uns nicht und begleitest uns. Du gibst uns unsere Aufgabe als christliche Gemeinde und stellst uns auf dieser Erde.

HERR, bitte führe uns. Dein Werk des Trostes in Jesus Christus von Kreuz und Auferstehung geschehe an diesem Ort, wo jetzt noch Trauer und Schmerz herrschen. Deine Wahrheit werde offenbar. Lass jeden von uns sich erinnern an den Schmerzen in dieser Region, und den Trauernden beistehen. Alles steht in Deinen Händen. Auf Deinen Händen bleiben noch jetzt die Wunden, durch die Du auf dem Kreuz vernagelt bist. Vor uns hast Du schon alle Schmerzen auf Dich genommen. Lass uns unsere Hoffnung allein auf Dich setzen und Schritt für Schritt vorangehen.

Durch den Namen Jesu Christi, unseres HERRN, Amen!

 

Gebete der Anglikanischen Kirche in Japan

Gebet für die Opfer der schlimmen Katastrophe in Ost-Japan

(Kyoto Diözese)

Herr unser Gott, der du den Menschen in Leid und Schmerz immerzu in Barmherzigkeit zugewandt bist, wir danken dir, dass du uns die Zeit gibst, gemeinsam und von ganzem Herzen zu beten.

Wir beten für die Menschen in Nord-Ost Japan und Kanto [die Gegend um Tokyo], die am 3. März schweren Schaden durch Erdbeben und Tsunami erlitten haben.

Schaue die Menschen an, die ihr Leben in Angst und Einsamkeit verloren haben, birg ihre Seele in Deine Hände und tröste sie.

Menschen, die ihre Familie verloren haben, und Menschen, die keine Nachricht von ihren Angehörigen haben, verbringen ihre Tage in Angst und Verzweiflung.

Schenke ihnen möglichst bald eine Zeit, in der sie wieder in Frieden schlafen können.

Stärke diejenigen Menschen, die in Erdbeben und Tsunami furchtbare Erfahrungen gemacht haben, deren Herzen tiefe Wunden erlitten, und die nun [in den Notlagern und beschädigten Häusern] ein schwieriges Leben führen müssen.

Bewahre unter ihnen besonders die kranken Menschen, Behinderte, ältere Menschen und Ausländer.

Gerade in dieser Zeit der Katastrophe, leite uns und stehe uns bei, die wir fern vom Katastrophengebiet leben und diesen schwachen Menschen in der Gesellschaft beistehen wollen.

Wir wissen, dass es sehr lange Zeit braucht, bis leidende Menschen wieder zu einem normalen Alltag zurückfinden können. Daher bitten wir dich, dass wir in der Kirche versammelten Menschen dies nicht vergessen mögen.

Wir bitten dies im Namen unseres Herrn Jesus Christus.  Amen.

see (Übersetzung: Martin Repp)

 

source site Gebet anläßlich der großen Katastrophe in Ost-Japan
(Kobe Diözese)

Gott tiefer Barmherzigkeit, reiche deine liebevolle Hand all den Menschen, die in der großen Katastrophe in Ost-Japan ihre Angehörigen und Freunde verloren haben, die [von Familie und Heim] weggerissen wurden, die ihre Wohnung verloren haben und die krank sind.

Tröste die Menschen, die in Trübsal, Not, Schmerz und Einsamkeit versunken sind, gib ihnen Mut und Hoffnung zum Leben.

Wir bitten darum, dass die Menschen, die jetzt Zuflucht in den Notlagern nehmen mußten, einander helfen und einander ermutigen, und dass die Obdachlosen notwendigen Schutz und Sicherheit erhalten.

Wir trauern um die Menschen, die durch diese schlimme Katastrophe ihr Leben verloren haben.

Bitte gib deine Kraft denjenigen, die wegen des Todes von geliebten Menschen in Trauer sind.

Herr, wir vertrauen dir alle Leidenden und Trauernden an und bitten darum, dass sie alle im Trost deiner Liebe leben können.

Wir sprechen für sie dieses Gebet im Namen unseres Herrn Jesus Christus.  Amen.

go here (Übersetzung: Martin Repp)

 

Unser Gebet anläßlich der großen Katastrophe in Ost-Japan
(Kobe Diözese)

Gott tiefer Barmherzigkeit, reiche deine liebevolle Hand all den Menschen, die in der großen Katastrophe in Ost-Japan ihre Angehörigen und Freunde verloren haben, die [von Familie und Heim] weggerissen wurden, die ihre Wohnung verloren haben und die krank sind.

Tröste die Menschen, die in Trübsal, Not, Schmerz und Einsamkeit versunken sind, gib ihnen Mut und Hoffnung zum Leben.

Herr, erhöre uns.

Wir beten für diejenigen Menschen, die sich Tag und Nacht anstrengen,  die Atomkraftwerke zu reparieren die durch die schlimme Katastrophe schwer beschädigt wurden.

Wir beten, dass sie all ihre Kenntnisse konzentrieren, sämtliche Kräfte aufbringen und den Einsturz des Reaktors verhindern und möglichst schnell für die Sicherheit der Umgegend sorgen können.

Herr, erhöre uns.

Wir bitten darum, dass die Menschen, die jetzt Zuflucht nehmen mußten in den Notlagern, einander helfen und einander ermutigen, dass die Obdachlosen notwendigen Schutz und Sicherheit erhalten, und dass sie möglichst bald einen Ort zum Leben erhalten.

Herr, erhöre uns.

Bewege unser Herz zur Barmherzigkeit, den schwachen Menschen zu helfen, die gefallenen Menschen aufzurichten, die Leidtragenden zu trösten, von Jesus – dem Freund für Menschen ohne Freunde – zu lernen, und das Notwendige für die in Not geratenen Menschen wirklich vollbringen zu können.

Wir bitten darum, dass wir solchen Menschen unsere helfende Hand reichen und in vielfältiger Weise helfen können.

Herr, erhöre uns.

Wir trauern um die Menschen, die durch diese schlimme Katastrophe in Ost-Japan ihr Leben verloren haben.

Wir bitten darum, dass diese Opfer nicht umsonst starben, und dass die Gesellschaft im Katastrophengebiet deinem Willen entsprechend wiederbelebt werden möge.

Herr, erhöre uns.

Lasst uns für die Opfer der Katastrophe in Stille beten.

(Stille)

Gott, wir beten darum, dass du den trauernden Menschen deine Kraft gibst.

Wir vertrauen dir alle Trauer und Sorge an. Mögen die trauernden Menschen getröstet werden durch Gottes Liebe.

Wir bringen diese Bitten vor im Namen Jesu Christi.  Amen.

(Übersetzung: Martin Repp)

 

Gebet aus Japan

"Barmherziger Vater im Himmel,
wir sind auf dieser Erde, und rufen Tag und Nacht zu Dir.
Lass unser Gebet vor Dich kommen!
Denn unsere Seele ist übervoll an Leiden.

Wir wissen jedoch, lieber Vater,
dass Du immer der Herr über Himmel und Erde bist,
der da baut, was niedergerissen ist,
und pflanzt, was verheert war.
Auch wenn wir nichts sehen, Du bist auch in unserer Not bei uns.
Du bleibst unser Erretter.

Im Namen des gekreuzigten und auferstandenen Christus.
Amen."

(14.3.2011, Pfr. Hiroshi Murakami)

 

Fürbitten aus Japan

Unser Gott, der Himmel und Erde geschaffen hat,
Bleib, Du Gott, mitten unter den Menschen,
die durch das Erdbeben ihre Häuser verloren haben,
damit sie heute in deinem Schoß schlafen können.

Bleib, Du Jesus, mitten unter den Menschen,
die durch das Erdbeben ihre Familie oder Freunde verloren haben,
damit sie wahrnehmen, dass sie nicht allein sind.

Bleib, Du Heiliger Geist, mitten unter den Menschen,
die durch das Erdbeben ihre Zukunftshoffnung verloren haben,
um sie aufs beste mit unaussprechlichem Seufzen zu vertreten.

Bleib, Du Gott bei uns,
damit wir in Solidarität mit den Menschen in Not,
in großer Angst und in tiefer Trauer bleiben
und wahrnehmen können:  Dein Reich ist unter uns. 

Amen

(Fürbitte von Pfr. Dr. Motoo Nakamichi, Kobe; 15. März 2011)

 

Fürbitten aus Japan

Barmherziger Gott
Wir bitten dich um deinen Trost,
für die Betroffene des Erdbeben in Japan.
Fünfhunderttausend Menschen sind im Not.
Fünftausend waren tot.
Von vierzehntausend haben wir kein Lebenszeichen.
Angesichts der Katastrophe sind wir verloren.
Schenke uns deine Kraft, uns zu erheben.

Barmherziger Gott
Wir bitten dich um deine Hilfe für alle,
die den Betroffenen zu Hilfe eilen.
Viele versuchen, beim Unfall der Atomkraftwerke zu helfen,
sie bringen ihr eigenes Leben in Gefahr.
Viele versuchen, die Alten ärztlich zu behandeln und zu pflegen,
mit so begrenzten Möglichkeiten.
Schenke uns deine Kraft, sie zu unterstützen.

Barmherziger Gott
Wir bitten dich um deine Sorge,
für alle Betroffenen in Haiti und Neuseeland.
Verbinde uns untereinander,
verbinde uns im Gebet für einander.


(Pfrin Akiko Yanashita, Tokyo, 16.3.2011)

 

Fürbittgebet aus Japan

Du Gott der Kraft
Für von einer unvorstellbaren gewaltigen Kraft niedergeschlagene, verwundete,
auch jetzt immer noch von dieser Kraft bedrohte Menschen beten wir:
Herr, der du über alle Kräfte herrschst, gib von deiner Kraft den Schwachen.

Du Gott kennst alle Schwachheit deiner Menschen
Für die,  deren für felsenfest gehaltenes Fundament erschüttert wurde,
deren aufgebautes Leben gescheitert ist,
deren Hoffnung und Träume verloren gingen,
die voller Furcht und Kälte zittern, - für diese Menschen beten wir:
Herr, der du alles weißt, umarme sie mit deinen starken Armen.

Du Gott rufst alle Niedergedrückten zu dir
Für alle, die durch eine plötzliche Tsunami
Eigentum und Haus und Heimat verloren,
und der liebsten Menschen mit Gewalt beraubt wurden, beten wir:
Weine du zusammen mit ihnen.
Und führe sie in ein neues Leben.

Du Gott nimmst auf dich unsere Last
Für alle, die voller Unruhe, Erschütterung und ohne Lebensenergie sind,
für alle, die in einer tiefen Verzweiflung versunken sind, beten wir:
Richte sie mit deiner Hand wieder auf.
Lass sie an deiner Seite Schritt für Schritt ihren Weg finden.

Du Gott hast die schöne, harmonische Natur geschaffen
Wegen der menschlichen Anmaßung wurden ihr Wunden zugefügt,
Erde und Luft wurden verunreinigt, für sie
und für die Menschen, die ihre langjährige Heimat verloren haben, beten wir:
Vergib uns, dass uns unser eigenes Leben wichtiger war
als die Bewahrung der Natur und des Lebens.
Der du in der Wüste Blumen blühen lässt, erneuere diese Welt.
Und schenke uns eine neue Einstellung zu unserer Lebensführung.

Du Gott bist die Liebe und rufst uns zum Lieben
Für alle, die sich um Menschen in Not sorgen und kümmern,
Für ein Japan, in dem Solidarität Priorität hat,
für alle Menschen auf der Erde
Und für alle Arbeit, die sie auf sich nehmen, bitten wir:
Stärke unsere Verbindungen.
Segne unser Zusammenleben.

Du Gott bist die Hoffnung
Für alle, die keine Hoffnung finden können, bitten wir:
Herr lass uns, auch wenn wir keine Hoffnung haben,
im Glauben deutlich erkennen, dass du unsere Hoffnung bist,
Und dass alle Menschen sich durch diese Hoffnung verbunden wissen.

Allmächtiger Gott
Her, wir vertrauen auf dich.
Du allein bist das unerschütterliche Fundament unserer Existenz.
Jetzt zeige uns, Herr, was unsere Aufgabe ist.
Und gib uns die Kraft und die Liebe, diese Aufgabe anzupacken.
Herr, erhöre unser Gebet. Amen.

(Pfr. Ken Oguri, Kobe. 15.3.2011)

 

watch Fürbittgebet aus Japan

Herr, du Schöpfer und Quelle allen Lebens

Du hast durch deine Hand allem seine Gestalt gegeben
Du hast allem deinen Geist (Odem) eingegeben
Allein auf Grund deiner Gnade gibt es dieses so reiche Leben.

Aber durch deinen Willen hat sich auch die Gestalt dieser Erde verändert:
Berge haben sich verschoben oder sie wurden vom Meer einfach verschluckt
Das haben wir mit Entsetzen gesehen
Wir zittern in dieser Finsternis.

Herr, du Schöpfer und Quelle allen Lebens

Jetzt schreit es mitten aus den Trümmern
Die Stimme eines Menschen
Mit kraftlosen Beinen ein hinkender alter Mann. Er stöhnt
Das eben geborene Kind, das um die Brust der Mutter bettelt. Es wimmert
Festgeklammert am Telegrafenmast die Hände von Mutter und Kind
Die heulenden Wirbel des großen Wassers reißt sie hinweg
Laut schreit der Vater den Namen des Kindes.

Warme Worte haben denen im Katastrophengebiet in Nordjapan
neuen Mut gegeben.
Erwachsene und Kinder ermutigen sich gegenseitig
das Licht der Hoffnung nicht verlöschen zu lassen
Aber die vielen Fremden in unserem Land
kennen keine mutmachenden Worte
Allein in einem fremden Land starren sie nur in die Finsternis
Sie träumen von dem so weit entfernten Land ihrer Heimat
Hoffen so die Kälte zu überstehen.

Herr, du Schöpfer und Quelle allen Lebens

Die zittern vor Furcht und die sich verlassen fühlen:
nimm sie in deine starken Arme
Die Fremden, die keine Worte für ihr Elend haben
gib ihnen dein Wort.

Hand des Herrn, schließe die zitternden Herzen zusammen
Wir glauben, dass du ihr Gebet und ihr Geschrei hörst
Denn du hast dein gesegnetes Leben in diese Welt hineingegeben
Lass die Tränen der Verzweiflung
durch das Licht der Hoffnung getrocknet werden.

Herr, du Schöpfer und Quelle allen Lebens

Was ist schon die Kraft des Menschen wert
Wir sind doch so unvollkommen
Dass wir nicht einmal einen Lichtstrahl hervorbringen können
Der du die Erde und das Meer bewegst,
Richte uns wieder auf
Stärke uns durch die Liebe Gottes.

Lass uns aus den Trümmern das Leben aufsammeln
Das Leben, das du Herr uns schenkst
Und das uns zusammen hält
Lass uns in den Trümmern das Leben suchen
Das uns mit Hoffnung verbindet
Gott, unser Herr
Du machst, dass vom geteilten Brot noch übrig bleibt
Zwölf Körbe voll
Die große Kraft des Herrn lässt uns nicht in Verzweiflung versinken
Sie richte uns auf, die Hoffnung im Blick.

Herz des Erschreckens, einsames Herz, erschüttertes Herz
Unser leidvolles Gebet schließe uns zusammen
Verwandele unsere Herzen in friedvolle, freudvolle und mutige Herzen.

Verbinde unser Gebet mit den Gebeten derer,
die von Erdbeben und Tsunami verwundet wurden.

(Kyoko Kamiuchi, Pfarrerin der Jesus-Gemeinde in Kobe)

 

 

 

 

 

Quellen soweit nicht anders angegeben: Deutsche Ostasien Mission