Verbot von Waffenexporten gefordert



25.04.2011

Pfarrerin Mechthild Gunkel, Beauftragte für Friedensarbeit im Zentrum Ökumene der EKHN am 25. April 2011 auf der Abschlußkundgebung des Ostermarschs auf dem Frankfurter Römer

Drei Wege aus der Gewaltspirale

- Aussteigen aus der Gewaltspirale! Für dieses Ziel engagieren sich seit Jahrzehnten und Jahrhunderten Menschen. Doch Erfahrungen über den Krieg im Kleinen, wie Mobbing in der Schule und am Arbeitsplatz, sowie der Krieg im Großen in Libyen und Afghanistan zeigen: Das Ziel ist noch nicht erreicht. Drei Wege aus der Gewaltspirale hat Pfarrerin Mechthild Gunkel, Beauftragte für Friedensarbeit im Zentrum Ökumene, in ihrer Rede auf dem Frankfurter Römer auf der Abschlusskundgebung des Ostermarsches am 25. April 2011 aufgezeigt.

1. Produktion von Waffen stoppen und Lebensverhältnisse verbessern

„Langfristig ist ein völliges Verbot von Waffenexporten nötig“, lautet ihre erste Forderung. Die Vision der Bibel, Schwerter zu Pflugscharen zu schmieden, nahm sie wörtlich. Allerdings wies sie darauf hin, dass europäische Staaten und Russland Waffen an Libyen geliefert haben. Aus Deutschland stammen die Kommunikations- und Radarsysteme, mit denen die militärischen Operationen in Libyen durchgeführt werden. Zudem zitierte sie den Friedensjournalisten Andreas Zumach, der hervorhob, dass G3-/G36-Gewehre der Firma Heckler&Koch „zu den weltweit erfolgreichsten Mordinstrumenten seit Ende des Zweiten Weltkrieges“ gehören. Sie betonte, dass Rüstungsproduktion und –exporte oftmals einer friedlichen Entwicklung im Wege stünden. Welcher Weg ist ihrer Auffassung nach dann der richtige? Mechthild Gunkel ist sich sicher: „Frieden entsteht durch die Entwicklung menschenwürdiger Lebensverhältnisse für alle Menschen!“

2. Zum Mann werden ohne Militärdienst

Ihre zweite Forderung lautet, dass Menschen nicht mehr das Kriegshandwerk lernen sollten. Sie wertet es als Fortschritt der Zivilisation, dass demnächst der obligatorische Militärdienst in Deutschland endet. Mechthild Gunkel zeigte sich erleichtert darüber, dass Männer nicht mehr die Bedienung von Tötungsinstrumenten lernen müssen.

3. Erziehung zum Frieden

Abschließend hob Mechthild Gunkel das Konzept der Friedensbildung der Friedensorganisationen in den Schulen hervor. Sie haben bisher insgesamt 500 Friedensfachkräfte in unterschiedliche Krisenherde der Welt geschickt. Einige von ihnen werden in die Klassenräume gehen und den Jugendlichen von ihren Tätigkeiten berichten. Sie plädiert dafür, dass Kinder auf ein verantwortungsbewusstes Leben in einer freien Gesellschaft im Geist der Verständigung, des Friedens und der Toleranz erzogen werden – wie es die UN-Kinderrechtskonvention zum Ziel hat.

Abschließend legte sie ihren Zuhörerinnen und Zuhörern ans Herz: „Wir brauchen Menschen, die gegen die schleichende Militarisierung unserer Gesellschaft aufbegehren – weil militärische Lösungen erst die Probleme schaffen, für die sie vorgeben, die Lösung zu sein.“

 

Rede im Wortlaut (PDF)

 


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