Signal für gemeinsames Abendmahl



01.11.2017

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Der Lutherische Weltbund (LWB) und der Päpstliche Rat zur Förderung der Einheit der Christen haben anlässlich des Reformationstags 2017 eine gemeinsame Stellungnahme veröffentlicht, in der beide Seiten betonen, das Ziel eines erneuerten Einsatzes im theologischen Dialog liege darin, die Hoffnung vieler lutherischer und katholischer Glaubender wahr werden zu lassen, die sich danach „sehnen […], die Eucharistie an einem Tisch zu empfangen als konkreten Ausdruck der vollen Einheit.“

Unter Verweis auf das im Oktober 2016 begangene gemeinsame Reformationsgedenken in Lund (Schweden) erinnern LWB und Einheitsrat an das Bekenntnis der lutherischen und katholischen Kirchenleitenden zu ihrer gemeinsamen pastoralen Verantwortung, sich des Schmerzes all derer anzunehmen, „die ihr ganzes Leben teilen, aber Gottes erlösende Gegenwart am eucharistischen Tisch nicht teilen können.“

Die gemeinsame Stellungnahme betont, die dem 500. Reformationsjubiläum zugrunde gelegte ökumenische Perspektive sei „ein weiterer Segen, den dieses Gedenkjahr gebracht hat“. Sie gebe Anstoß zum Engagement für eine Vertiefung der katholisch-lutherischen Einheit.

Diese ökumenische Perspektive „hat eine neue Sicht auf die Ereignisse des 16. Jahrhunderts ermöglicht, die zu unserer Trennung führten. Wir sind uns bewusst, dass die Vergangenheit zwar nicht zu ändern ist, aber ihr Einfluss auf uns heute umgewandelt werden kann in einen Impuls zur wachsenden Gemeinschaft und ein Zeichen der Hoffnung für die Welt im Sinne der Überwindung von Spaltung und Zersplitterung. Es ist aufs Neue deutlich geworden, dass das, was uns eint, sehr viel mehr ist als das, was uns noch trennt.“

Zum Anlasss des Gedenkens an Martin Luthers am 31. Oktober 1517 öffentlich gemachten Ruf nach Reformen in der Kirche, welches die Kirchen weltweit auf unterschiedliche Weise begehen, verpflichten sich LWB und Einheitsrat, „getragen vom Gebet, unser Verständnis von Kirche, Eucharistie und Amt [zu] prüfen im Bemühen um einen wesentlichen Konsens mit dem Ziel der Überwindung der zwischen uns verbleibenden Differenzen.“

Der internationale lutherisch-katholische Dialog blickt 2017 seinerseits auf 50 Jahre ununterbrochene Arbeit zurück, die Meilensteine wie die „Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre“ sowie den Bericht „Vom Konflikt zur Gemeinschaft“ hervorgebracht hat. In ihrer Stellungnahme bringen LWB und Einheitsrat ihre Dankbarkeit für den „von unserem gemeinsamem Gebet, gemeinsamen Gottesdiensten und ökumenischem Dialog getragene[n] Pilgerweg“ zum Ausdruck, der bewirkt habe, „dass Vorurteile beseitigt wurden, das gegenseitige Verständnis gewachsen ist und entscheidende theologische Übereinstimmungen herausgearbeitet worden sind.“

Der Lutherische Weltbund ist eine internationale Gemeinschaft lutherischer Kirchen. 1947 im schwedischen Lund gegründet, zählt er inzwischen 145 Mitgliedskirchen, denen mehr als 74 Millionen Christen in 98 Ländern weltweit angehören.


Rede und Antwort stehen
über die Hoffnung, die
in uns lebt.
(nach 1. Petrus 3,15)