Pfarrer i.R. Helmut Beth gestorben



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follow 02.01.2018

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Pfarrer i.R.Helmuth Beth

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Im Alter von 86 Jahren ist kurz vor Weihnachten Pfarrer in Ruhe Helmut Beth verstorben. Über viele Jahre hat er das ökumenische Profil der EKHN durch seine engagierte Mitarbeit in unterschiedlichen ökumenischen Gremien mit geprägt. Am 3. Januar wird in einem Trauergottesdienst um 10:30 Uhr in der Darmstädter Philippuskirche, Bartningstr. 42, von Helmuth Beth Abschied genommen. In dem folgenden Nachruf auf der Homepage der Gemeinde werden seine Verdienste gewürdigt. Dieser Würdigung schließt sich die Leitung des Zentrums Oekumene gerne an.

Pfarrer Helmut Beth ist kurz vor Weihnachten gestorben. Er wurde 86 Jahre alt. Über 24 Jahre war Beth Pfarrer in Kranichstein. Von 1972 bis zu seiner Pensionierung 1996. Er kam nach Kranichstein, als der Stadtteil als Trabantenstadt gerade erst im Entstehen war. Die Idee, die Konzeption und die Realisierung eines ökumenischen Gemeindezentrums haben die Anfangsjahre Beths in Kranichstein bestimmt. 1980 zogen die evangelische und die katholische Gemeinde in das gemeinsame Gemeindezentrum. In der Zeit nach 1980 hat Pfarrer Beth das Miteinander in diesem Zentrum maßgebend mit geprägt. Beharrlichkeit und Verlässlichkeit, ein Gespür für die Gunst der Stunde und die Gabe, Mitarbeiter/innen zu gewinnen und zu begeistern – das waren Merkmale, die ihn auszeichneten. Zur Gunst gehörte, dass er Partner fand, mit denen er „gut konnte“ und ein Gespür dafür hatte, was der neu entstehende Stadtteil brauchte. Neben dem Aufbau der Kirchengemeinden war das etwa die Bürgerinitiative „Interessengemeinschaft Kranichstein“, die sich kümmerte, den Stadtteil lebenswert zu machen.

go to link Helmut Beth hatte mit Anfang 30 seine sichere Beamtenstellung bei der Bahn aufgegeben, das Abitur nachgeholt und dann in den 60-er-Jahren Theologie und Soziologie in Berlin und Heidelberg studiert. Er engagierte sich in der Friedensbewegung, war Mitarbeiter der Prager Friedenskonferenz; Studienreisen führten ihn nach Moskau, Leningrad und Warschau. Diese Erfahrungen prägten sein Verständnis von Ökumene mit. Eine frühe ökumenische Erfahrung hatte er in seiner Heimatstadt Worms gemacht, als es nach dem Krieg dort keine evangelischen Kirchen mehr gab und die evangelischen Gottesdienste im Dom stattfanden.

go Über die Hälfte seines Lebens lebte Beth in Kranichstein, seit 1972. Er war ein Kranichsteiner mit Wormser Zungenschlag. Seine Interessen gingen aber auch weit über den Stadtteil hinaus, er hatte Kontakte in alle Welt. Er gehörte der Synode der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau an und leitete dort den Ausschuss für „Mission und Ökumene“. In Darmstadt engagierte er sich in der  Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK), gehörte dem Vorstand der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit an und gründete den interreligiösen Arbeitskreis in den 90-er Jahren mit. Im Ruhestand unterstützte er von Anfang an über viele Jahre den ökumenischen Kirchenladen „Kirche & Co“, er war Vorstandsmitglied und Rechner des Trägervereins. Neben dieser ehrenamtlichen Rührigkeit hat er über 25 Jahre bis 2013 Gruppenreisen in die Welt organisiert, sei es nach St. Petersburg oder bis nach China. Hätte es eines Beweises bedurft, dass Beth mit seinen vielfältigen Interessen dennoch in Kranichstein zu Hause ist, so war es der „Goldene Kranich“, der ihm 2009 für die Aufbauleistung der Ökumene in Kranichstein verliehen wurde -  gemeinsam mit Lothar Landvogt, dem seinerzeitigen katholischen Kollegen und Partner. Trotz zunehmender Gebrechlichkeit feierte er bis vor kurzem Sonntag für Sonntag den Gottesdienst in „seiner“ Philippuskirche mit, wohl wissend: „Wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.“