Mit der Bibel Politik machen!?

Heidemarie Wieczorek-Zeul gibt Impuls zum Ende der Aktion Wanderfriedenskerze

23.11.2010

 Im get link Gebet für Frankfurt in der Katharinenkirche am 19. November, bei dem dieses Jahr auch die ökumenische Aktion Wanderfriedenskerze unter dem Motto „Leben achten statt Tod verkaufen!“  ihren Abschluss fand, hob Bundesministerin a.D. Heidemarie Wieczorek-Zeul die Bedeutung der Worte des Propheten Micha hervor, der davon sprach, dass Schwerter zu Pflugscharen werden müssten.

Auch wenn nicht in allen Bereichen die Bibel Maßstab sein kann, so ist sie doch gerade friedenspolitisch meist eindeutig positioniert und kann nicht nur von ChristInnen als Grundlage für ihren Einsatz für eine Kontrolle von Waffenexporten, eine atomfreie Welt, die Überprüfung von Investitionen deutscher Banken in Hersteller von Streubomben oder für das Mitgefühl mit den Opfern dieser Waffen dienen.

„Die Bibel ist und bleibt hochaktuell in diesen Fragen“, meinte die gebürtige Frankfurterin und Bundestagsabgeordnete, die zurzeit im Auswärtigen Ausschuss vor der Gefahr des Verkaufs von „frei werdenden“, ausgedienten Waffen bei der Umstrukturierung der Bundeswehr warnt.

Die Bibel kann Politik machen, Menschen bewegen und zum Widerstand gegen menschenverachtende Profite mit todbringenden Maschinen aufrütteln. So war beispielsweise das berühmte Zitat aus Mi 4,1-4 Grundlage der Friedensbewegung der DDR: „Sie werden ihre Schwerter zu Pflugscharen und ihre Spieße zu Sicheln machen. Kein Volk wird gegen das andere das Schwert erheben, und sie werden fortan nicht mehr lernen, Krieg zu führen.“

Mechthild Gunkel, Pfarrerin für Friedensarbeit vom Zentrum Ökumene der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, erläuterte den über 100 GottesdienstbesucherInnen zum Abschluss, wo die Kerzen Station machten und in Zukunft verbleiben werden. Seit dem 1. September, dem Antikriegstag, waren die drei Friedenskerzen des ökumenischen Friedenskonveniats, Träger der Aktion Wanderfriedenskerze, unterwegs. Ausgesandt in einem Gottesdienst in der katholischen Gemeinde Frankfurt-Griesheim. Von Biedenkopf bis Offenbach, von Gelnhausen bis Bingen, von Bad-Nauheim bis Klein-Umstadt – zwischen diesen Städten, die mitten in den Gebieten der Bistümer Limburg, Fulda und Mainz, mitten auf dem Gebiet der EKHN liegen, haben die Kerzen Station gemacht: Friedensboten haben sie mitgenommen zu Friedensgebeten, in den Konfirmations- oder Firmunterricht, in ökumenische Gottesdienste, in Schulen, zu Treffen der evangelischen Frauenhilfe, zur Diözesanversammlung der Diözese Limburg. Eine von ihnen brannte bei der Bahnhofsmission im Frankfurter Hauptbahnhof, eine andere wandert am Buß- und Bettag von der kath. St. Aureus und Justina-Kirche in Bingen in einer Prozession zur Ev. Christuskirche zum ökumenischen Abschlussgottesdienst.

 

Zu den römisch-katholischen, alt-katholischen und evangelischen Gemeinden in der Region und den Mennoniten in Frankfurt haben die drei Kerzen weite Strecken zurückgelegt und bei vielen Anlässen ihr Licht leuchten lassen, insgesamt an ungefähr 80 Orten. Sie wurden liebevoll und individuell gestaltet von Menschen, die daran erinnern wollen, dass viele Menschen weltweit durch deutsche Waffenexporte zu Tode kommen.  Zur Erinnerung an diese Opfer und an die Menschen in den Ländern, deren Regierungen finanzielle Mittel statt in Bildung, medizinische Grundversorgung oder die Bekämpfung von über einer Milliarde extrem armer Menschen in den Kauf von Rüstungsgüter investieren, brannten die Kerzen.

Eine Kerze wird nun in die Erzdiözese Gulu / Nord-uganda zu einer interreligiösen Friedenswoche im Januar wandern. Eine wird in Frankfurt bei der Frauenfriedenskirche bleiben und im März nach Göttingen ausgeliehen, wo die Gemeinsame Konferenz Kirche und Entwicklung (GKKE), die den jährlichen Rüstungsexportbericht vorlegt, und die Aktion "Ohne Rüstung leben" den renommierten Göttinger Friedenspreis verliehen bekommen. Und schließlich wird eine Kerze im kommenden Sommer mit einer interreligiösen Jugendgruppe aus Bosnien-Herzegowina, die bei pax christi Limburg zu Gast sein wird, mit nach Srebrenica gehen.

 

Im Anschluss an den Gottesdienst wurde in der Kirche die Ausstellung des Aktionsbündnis Landmine.de durch die Christoffel-Blindenmission eröffnet. Auf der darauf folgenden Podiumsdiskussion, die vom evangelischen Stadtkirchenpfarrer Werner Schneider-Quindeau initiiert und moderiert wurde, konnten die ZuhörerInnen weitere Details zu den verschiedenen politischen Initiativen auf internationaler und Bundesebene erfahren.

follow link Mitträger der Aktion:

Abteilung Weltkirche im Bistum Limburg, Alt-Katholische Kirchengemeinde Wiesbaden, BDKJ-Diözesanverband Limburg, Dessauerhausgemeinde Frankfurt, Deutsche Provinz der Dernbacher Schwestern, Deutsche Provinz der Schwestern vom Guten Hirten, Diözesansynodalversammlung des Bistums Limburg, Dominikanerinnen von Bethanien, Eine-Welt-Gruppe St. Josef Frankfurt Bornheim, Evangelische französisch-reformierte Gemeinde Frankfurt, Evangelische Kirchengemeinde Bingen-Büdesheim, Franziskanisches Zentrum für Stille und Begegnung Hofheim, Heilig Kreuz Zentrum für christliche Meditation und Spiritualität, Jesuitenkolleg Sankt Georgen, Katholische Arbeitnehmerbewegung Diözesanverband Limburg, Katholischer Bezirk Hochtaunus, Katholischer Bezirk Maintaunus, Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) im Bistum Limburg, Katholische Pfarrgemeinde Mariä-Himmelfahrt Frankfurt-Griesheim, Katholische Pfarrgemeinde St. Johannes Apostel Frankfurt-Unterliederbach, Katholische Pfarrgemeinde St. Paul Offenbach, Kolpingwerk Diözesanverband Limburg, Mennoniten-Gemeinde Frankfurt, Missionsärztliche Schwestern in Frankfurt, Pastoraler Raum Gallus im Bistum Limburg, pax christi-Bistumsstellen Fulda, Mainz und Limburg, Referat Weltmission/Gerechtigkeit und Frieden im Bistum Mainz, Zentrum Ökumene der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau.

 

 

 

 


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