Internationaler Trialog - Migration aus der Perspektive dreier Kontinente

25.04.2017

Vom 25. bis 29. April 2017 findet in Frankfurt ein trilateraler Workshop mit dem Thema „Gelingende Integration“ statt. An diesem Workshop nehmen Vertreter der Presbyterian Church of Ghana (PCG), der Presbyterian Church oft the Republic of Korea (PROK) und der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) teil. Veranstaltungsort ist das Zentrum Oekumene in Frankfurt am Main. Hinzu kommen Exkursionen, am Freitag, 28. April 2017, lädt das Evangelische Stadtdekanat Frankfurt zu einem festlichen Abschlussessen ein.

Der Trialog 2017 hat die Situation in Deutschland als Schwerpunkt. Mit dem Bereichsleiter der Diakonie Hessen für Flucht, Interkulturelle Arbeit und Migration, Pfarrer Andreas Lipsch, werden die ökumenischen Partner Projekte gelungener Integration im Lahn-Dill-Kreis (Dillenburg und Frohnhausen) besuchen. Darüber hinaus sind Vertreterinnen und Vertreter von Städten und Gemeinden eingeladen, um über die Herausforderungen in ihren Kommunen zu berichten. Erwartet werden Bürgermeisterin Gisela Stang, Hofheim am Taunus und Herr Luigi Masala, Integrationsbeauftragter der Stadt Offenbach, auch das vom Amt für multikulturelle Angelegenheiten der Stadt Frankfurt wird vertreten sein. Über die Erfahrungen ihrer Gemeinde mit dem Kirchenasyl spricht Pfarrerin Stefanie Bischof aus Nauheim.

Das trilaterale Programm startete 2016 in Ghana. Titel der Veranstaltung im letzten Jahr war „Migration und Flucht“. Alle drei am Trialog beteiligten Länder betrifft das Thema, die Herausforderungen der einzelnen Länder sind unterschiedlich. Der Fokus 2016 lag auf den Herausforderungen der ghanaischen Gesellschaft und der Presbyterian Church of Ghana. Viele Ghanaer verlassen das Land, obwohl sie nicht von Krieg oder Verfolgung bedroht sind. Es sind gut ausgebildete Menschen, die einen angemessen bezahlten Arbeitsplatz suchen, um ihre Familien in Ghana finanziell zu unterstützen. Scheitern sie und müssen wieder nach Ghana zurück, haben sie große Probleme, von der Gesellschaft und sogar von der Familie akzeptiert und reintegriert zu werden.

Die zweite Herausforderung Ghanas sind Binnenmigranten, die in großer Zahl den Norden verlassen, da dort kaum Industrie vorhanden ist und die meisten Menschen in der stagnierenden Landwirtschaft arbeiten. Oft noch sehr junge Menschen, manchmal noch Kinder, verlassen ihre Heimatregion, um in den großen Städten wie Kumasi und Accra Arbeit zu finden und so ihre Familien zu unterstützen. Die Presbyterian Church of Ghana versucht durch ihr „Northern Outreach Program“ diesen Menschen zu helfen.

Im nächsten Jahr soll die Presbyterian Church oft the Republic of Korea Gastgeberin sein. Das einst selbst arme Südkorea steht nach seinem Aufstieg zu einer der führenden Wirtschaftsnationen vor der Situation, dass immer mehr Migranten ihr Glück und Auskommen dort suchen. Auch die große Zahl an Migrantinnen, die durch Heiratsvermittlung zur Eheschließung in das Land kommen führen zu Veränderungen in der Gesellschaft.

Die Idee zum trilateralen Workshop entstand, weil der globale Charakter von Migration und Flucht die Zusammenarbeit über Kirchen- und Ländergrenzen hinweg erfordert. Im Gespräch mit den ökumenischen Partnern werden die Herausforderungen der Kirchen kritisch reflektiert, es wird voneinander gelernt und gegenseitig ermutigt. „Wir wollten die Situationen der Länder kennen lernen, um ein besseres Verständnis füreinander zu entwickeln“, sagt Dr. Helga Rau, die diese Begegnung mit vorbereitet hat.

Dr. Helga Rau


Rede und Antwort stehen
über die Hoffnung, die
in uns lebt.
(nach 1. Petrus 3,15)